Über uns

Das Finanzsystem hat sich zu einer der wichtigsten Kräfte des täglichen Lebens entwickelt. Wenn es gut funktioniert, finanziert es Unternehmen, versichert uns gegen Risiken und hilft uns, eine nachhaltige Zukunft aufzubauen. Aber wenn das Finanzsystem instabil ist, brechen ganze Volkswirtschaften ein. Wenn Investitionen nur auf Gewinn ausgerichtet sind, fördern sie fossile Brennstoffe und der Klimawandel wird unaufhaltsam. Wenn es übermäßige Spekulation mit Lebensmitteln gibt, führen Preisschwankungen zu Hunger auf anderen Teilen der Welt. Offensichtlich sind wir uns noch nicht einig, wie das Finanzsystem funktionieren soll.

Die meisten Menschen haben eine Meinung zu komplexen Themen wie Atomenergie, Religion oder der Waffenindustrie. Aber die Finanzregulierung wird als ein so komplizierter Bereich angesehen, dass es uns nicht gelingt, mit Aufsichtsbehörden und Finanzexperten auf Augenhöhe zu sprechen.

Das Civil Financial Regulation Office (CFRO) wurde gegründet, um dieses Ungleichgewicht zwischen Macht und Wissen zu beseitigen. Wir befragen ExpertInnen aus allen Institutionen, die für die Regulierung der Finanzmärkte zuständig sind, und bitten sie, zu erklären, was sie tun und warum. Die Fragen, die wir stellen, werden von der Öffentlichkeit über unsere Webseite und durch Interviews gesammelt. Tag für Tag werden wir Antworten finden und auf unserer Webseite veröffentlichen.

Das CFRO ist eine Bürgerinitiative, die in Griechenland gegründet wurde und von ForscherInnen aus ganz Europa geleitet wird. Es wird bis zum 7. Dezember Antworten sammeln und alles auf dieser Website protokollieren. CFRO ist auf der 6. Athener Biennale vertreten und wird vom Auswärtigen Amt, der Rosa Luxemburg Stiftung, der Schöpflin Stiftung und dem Peng!-Kollektiv unterstützt.

Unser Team

Georgios Papadopoulos verbindet Wirtschaft und Philosophie mit künstlerischer Forschung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen Geld und dessen sozioökonomische Funktionen. Derzeit arbeitet Georgios an einem Buch für die Routledge International Studies in Money and Banking Serie mit dem Titel “Money after Decentralization”. Im Bereich Finanzen fragt er sich, wie Bank- und Finanzwesen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern können.

Konstantina Liontou studiert Finanzen und Internationale Beziehungen an der Athener Universität für Wirtschaftswissenschaften. Interessante Gespräche wie über die finanzielle Lage der heutigen Welt zu führen, kann aus ihrer Sicht sehr lustig und schrecklich einschüchternd sein. Eine der Fragen, auf die sie eine Antwort erhalten möchte, ist, warum ein beliebiges Stück Papier, das wir gegen Grundbedürfnisse austauschen, unser Leben bestimmt.

Maria Georgouli Loupi hat Wirtschaftstheorie an der Athener Universität für Wirtschaftswissenschaften und Business studiert und stellt gerne etablierte Überzeugungen über das Wirtschaftssystem und die Finanzkrise in Frage und engagiert sich in der realen Wirtschaft. Eine der Schlüsselfragen, die Maria beschäftigen, ist, wie die Wirtschaft mit sozialen Institutionen interagiert und sie beeinflusst.

Flora Zajicek hat Kunstgeschichte an der University of Edinburgh studiert und sich dabei unter anderem auf die Verbindung zwischen Wirtschaft und Kunstwelt konzentriert. Sie hat persönliche Erfahrung mit bürokratischen Neysayern und hat großen Spaß daran sie dazu herauszufordern, auf sie als Mensch und als Verbraucherin gleichzeitig einzugehen. Wenn sie nur eine Antwort auf die Fragen bekommen könnte, was es braucht, um eine Gemeinschaft zu einer kompetenzbasierten Wirtschaft zu bringen und die jetzigen Währungen abzulehnen.

Vasilis Andrikopoulos hat Wirtschaftswissenschaften an der Athener Universität für Wirtschaftswissenschaften studiert und wurde von etlichen Leuten unterrichtet, die später griechischer Finanzminister wurden oder hohe Positionen im Ministerium hatten. Er leitet heute eine Genossenschaft und nimmt weiterhin an den meisten politischen Bewegungen und Aktivitäten Athens teil, die sich mit dem städtischen sozialen Leben befassen. Eine der Schlüsselfragen im Finanzbereich, die er sich stellt, ist, ob auf globaler/makroökonomischer Ebene Wirtschaft oder Politik an erster Stelle stehen.

Danai Skentzou hat Wirtschaftswissenschaften an der Athener Universität für Wirtschaftswissenschaften und Business studiert. Sie interessiert sich seit je her für alternative Wirtschaftssysteme und hasst, dass der neoliberale Ansatz der einzige Zweig der Wirtschaftswissenschaften ist, der an Universitäten anerkannt und gelehrt wird. Eine Frage, die sie sehr beschäftigt, ist wie Menschen und ihre tatsächlichen Bedürfnisse statt Eliten und Banken leiten könnten.